Glossar zur deutschen Entwicklungsarbeit in Malawi

Finanzielle Zusammenarbeit (FZ)

Die Finanzielle Zusammenarbeit hat die Aufgabe, Investitionen der Entwicklungsländer zu fördern. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) stellt hierfür günstige Kredite, Beteiligungskapital oder Zuschüsse, die nicht zurückgezahlt werden müssen, zur Verfügung. Vorhaben der FZ werden im Auftrag des BMZ von der KfW Entwicklungsbank umgesetzt.

Technische Zusammenarbeit (TZ)

Die Technische Zusammenarbeit (TZ) hat die Aufgabe, die Fähigkeiten von Menschen, Organisationen und Gesellschaften in den Partnerländern zu erhöhen (Capacity Development). Leistungen der TZ sind vor allem Beratung, Fortbildungen, das Erstellen von Studien und Gutachten und in begrenztem Umfang auch die Lieferung von Sachgütern. Die Vorhaben der TZ werden überwiegend im Auftrag des BMZ von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) umgesetzt.

KfW Entwicklungsbank

Die KfW Entwicklungsbank gehört zu den Durchführungsorganisationen der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Innerhalb der KfW-Bankengruppe ist sie für die Finanzielle Zusammenarbeit mit Entwicklungsländern verantwortlich. Im Auftrag des BMZ fördert sie Investitionen in die Infrastruktur, in Finanzsysteme und in den Umweltschutz, zum Beispiel in die Ressourcensicherung.

Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ)

Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) entstand am 1. Januar 2011 durch die Fusion der drei staatlichen Durchführungsorganisationen Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ), Deutscher Entwicklungsdienst (DED) und InWEnt (Internationale Weiterbildung und Entwicklung gGmbH). Die GIZ bündelt die Kompetenzen und langjährigen Erfahrungen dieser drei Organisationen. Als Bundesunternehmen unterstützt die GIZ die Bundesregierung bei der Erreichung ihrer entwicklungspolitischen Ziele durch die Implementierung der Technischen Zusammenarbeit.

Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) ist zuständig für die deutsche staatliche Entwicklungspolitik. Zu seinen Aufgaben zählt es, Leitlinien und Konzepte zu entwickeln, langfristige Strategien für die Kooperation mit Partnern festzulegen und Regeln für die Umsetzung der deutschen Entwicklungszusammenarbeit zu definieren. Politisch und finanziell liegt der Schwerpunkt der deutschen Entwicklungspolitik auf der zwischenstaatlichen Zusammenarbeit mit ausgewählten Entwicklungsländern. Das BMZ beauftragt die Durchführungsorganisationen, vor allem Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) und KfW Entwicklungsbank, mit der Realisierung der Vorhaben und kontrolliert die Ergebnisse ihrer Arbeit.

Multilaterale Zusammenarbeit

Neben der bilateralen Unterstützung leistet Deutschland einen wesentlichen Finanzierungsbeitrag im Rahmen der multilateralen Zusammenarbeit. Als Mitgliedsstaat der Europäischen Union finanziert Deutschland ca. 22 Prozent des europäischen Entwicklungsprogramms (European Development Fund, EDF). Darüber hinaus trägt die Bundesregierung in substantiellem Maße zum Budget der Vereinten Nationen, deren Sonderorganisationen sowie internationaler Finanzierungsinstitute wie der Weltbank-Gruppe, dem Internationaler Währungsfonds (IWF) sowie regionale Entwicklungsbanken wie die African Development Bank bei.

Bilaterale Entwicklungszusammenarbeit

Malawi ist bereits seit der Unabhängigkeit im Jahr 1964 Partnerland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Alle zwei Jahre führen beide Regierungen Verhandlungen über die weitere Zusammenarbeit in den festgelegten Schwerpunkten Bildung, Demokratische Dezentralisierung, Gesundheit und makroökonomische Unterstützung durch.

Regionale Zusammenarbeit

Die Bundesregierung fördert Malawi auch im Rahmen der regionalen Entwicklungszusammenarbeit. Ein Beispiel ist das Vorhaben "Cotton made in Africa", das darauf abzielt, das Einkommen von Baumwollbauern in acht afrikanischen Ländern – darunter Malawi – zu verbessern. Deutschland arbeitet mit pan-afrikanischen und regionalen afrikanischen Organisationen zusammen, wie auch mit Netzwerken und privaten Trägern. Ein wichtiger Partner der regionalen Entwicklungszusammenarbeit ist die Entwicklungsgemeinschaft des Südlichen Afrika (SADC).

Glossar

Informationspapier zur Entwicklungszusammenarbeit in Malawi im Überblick (englisch)